100 Jahre Bayerische Jugendherbergen – herzlichen Glückwunsch!

Das Deutsche Jugendherbergswerk Bayern (DJH Bayern) hat sein 100‑jähriges Bestehen gefeiert – und das bewusst anders, als man es von einem Jubiläum m

DJH-Präsident Klaus Umbach, Sandra Schäfer, NLLV-Vorsitzende und stellvertretende BHSW-Präsidentin, und Hubert Götz, der Präsident des Bayerischen Schullandheimwerks (von links). Foto: DJH Bayernit politischer Prominenz erwarten würde. Anstelle eines klassischen Festakts mit langen Grußworten und wohlwollenden Reden erlebten die Gäste in der Jugendherberge Nürnberg eine lebendige und überraschende Veranstaltung, die den Geist der Jugendherbergen eindrucksvoll widerspiegelte, zum Beispiel mit Statements von Jugendverbänden zur Zukunft der Jugendherbergen sowie Auftritte einer Faschingsgesellschaft und eines Krampusvereins.

Die Verantwortlichen des Bayerischen Schullandheimwerks mit Präsident Hubert Götz, Vizepräsidentin Sandra Schäfer und den beiden geschäftsführenden Vorständen Susanne Reuter und Dr. Jürgen Stammberger folgten der Einladung zur Festveranstaltung und überbrachten ebenso wie die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Ulrike Scharf die herzlichsten Glückwünsche. Sie würdigten die langjährige Verbundenheit und das gemeinsame Engagement für außerschulische Lernorte.

Vizepräsidentin Sandra Schäfer, zugleich Vorsitzende des Nürnberger Lehrer- und Lehrerinnenvereins (NLLV), sprach für die bayerischen Lehrkräfte und betonte die besondere Bedeutung von Aufenthalten in Schullandheimen und Jugendherbergern für Schule und Gemeinschaft:
„Was machen fünf Tage Klassenfahrt mit einer Schulklasse? Aus meiner Klasse wird unsere Klasse. Gemeinschaft wird dort nicht erklärt, sondern gelebt. Und es findet nicht nur ein Perspektivwechsel statt, sondern auch ein Rollenwechsel: Ich sehe den anderen anders – und erlebe mich selbst anders. Gerade diese Fähigkeit, die eigene Rolle zu verlassen und andere Perspektiven einzunehmen, brauchen wir heute mehr denn je.“
Mit einem Augenzwinkern ergänzte Schäfer: „Was nimmt die Lehrkraft mit? Zuallererst natürlich Schlafmangel – aber vor allem erstaunlich viel Erkenntnis: einen neuen Blick auf die Schülerinnen und Schüler und nicht selten auch auf sich selbst.“

Für die Zukunft formulierte sie einen klaren Wunsch: „Außerschulische Lernorte dürfen nicht als Anhängsel oder Extra von Schule verstanden werden. Schulische und außerschulische Bildung gehören untrennbar zusammen. Ganzheitliche Bildung bedeutet Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und KI gilt: Wissen ist verfügbar  aber Erfahrung, Werteorientierung, Persönlichkeit und soziale Kompetenz sind nicht downloadbar. Dafür brauchen wir echte Lernorte, echte Begegnungen und echte Erfahrungen.“

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